Windkraft ohne Flügel bändigen.

 

Das spanische Unternehmen Vortex Bladeless arbeitet gerade an besonders eleganten Windsäulen. Die sogenannten Bladeless-Anlagen kommen – wie schon der Name sagt – ganz ohne Flügel aus!

Damit sehen sie wie eine Stehle aus und produzieren nicht nur Strom, sondern sind auch ein optischer Blickfang. Die Windsäulen haben aber noch mehr Vorteile: Sie können platzsparend aufgestellt werden und sollen billiger sein, als die bekannten Windräder. Man könnte in Zukunft mehr als doppelt so viele Windsäulen auf derselben Fläche aufstellen.

Noch ist das Ganze eine Test. Die ersten Versuche, die im Windkanal durchgeführt wurden, waren jedoch vielversprechend. Die schmalen Windsäulen sollen so viel Strom produzieren, wie die altbewährten Windräder. Derzeit laufen erste Tests auf freiem Feld. Wenn die neuen Windräder von Vortex aber das halten, was sie versprechen, könnte die Windkraft ganz neue Wege gehen. Die Stelen sind so schmal, dass viele Windräder nebeneinander aufgestellt werden können. Große Windräder mit Rotatoren brauchen viel Platz und stehen daher meist auf großräumigen Flächen oder als Offshore-Windparks im Wattenmeer. Die Bladeless-Anlagen sollen auch dort Strom produzieren, wo nicht immer Wind weht.

Luftwirbel bringen die schmalen Stelen aus Karbon und Glasfasern in Schwingungen. Magneten im Inneren und eine spezielle Konstruktion sollen diese weiter verstärken. So entsteht dann kinetische Energie, die in elektrische Energie – also Strom – umgewandelt wird. Bisher sind bei den großen Windanlagen immer die Herstellungs- und Wartungskosten ein Problem. Um die großen Anlagen mit ihren Rotatoren zu produzieren, aufzubauen und in Schuss zu halten, ist viel Arbeit notwendig. Dies könnte mit den schlanken Stelen bald der Vergangenheit angehören.

Außerdem soll es weniger zu Materialermüdung kommen, da sich beim Betrieb der Anlage keine beweglichen Teile berühren. Die Stelen könnten auch bei den Kritikern der herkömmlichen Windräder durchaus Anklang finden. Die großen Windräder werden oft als Einschnitt in die Landschaft empfunden, die Rotoren werden von Anwohnern als sehr laut empfunden und Vögel können durch die Rotatoren getötet werden. All das kann bei den Windstelen nicht passieren.

Unterstützung ist gefragt.

Der Gründer ist von seiner Idee überzeugt: Im Juni begann eine Crowdfunding-Kampagne, um Geld für die Serienproduktion zu sammeln. Der Vortex-Gründer David Yanez möchte zudem kleine Anlagen mit 4kw Leistung entwickeln, die dann kleine Firmen oder Privatpersonen nutzen können. In drei Jahren soll die erste 100 Meter hohe Stele in der Praxis ausprobiert werden.

Aber schon seit Jahrzehnten experimentieren innovative Menschen immer wieder mit Wind und unsteten Verwirbelungen, die in der Nähe von hoch aufragenden Gebilden entstehen. Wenn ein Hochhaus gebaut wird, sind diese Verwirbelungen riskant. Doch für die Stromerzeugung könnten sie ein Gewinn sein. In der Vergangenheit scheiterten ähnliche Projekte allerdings, weil die Anlagen ständig verformt und damit sehr stark beansprucht wurden. Eine Lösung hierfür könnte die neue Konstruktion und die Verwendung von Kohlefaser sein.

 Link zu Internetpräsenz: http://www.vortexbladeless.com

 

 

 

Autor: E.Gieseler (06.01.2016)

Bilder: Copyright: Vortex Bladeless

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