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Leuchtende Winzlinge

Eines der faszinierendsten marinen Phänomene ist das sogenannte Meeresleuchten. An dem märchenhaften Schimmern sind verschiedene Lebewesen beteiligt, vor allem einzellige Dinoflagellaten. Doch auch weitere Organismen bringen Licht ins nächtliche Meer: Feuerwalzen (Pyrosoma).

Körperbau und Fortpflanzung

Die zu den Salpen, einem Unterstamm der Manteltiere, gehörenden Feuerwalzen haben ein tonnenförmiges Äußeres. Sie messen zumeist zwischen vier und fünf Millimeter und verfügen über einen großen Kloakenhohlraum. Dieser ist von Muskeln umgeben, die für seine Funktion sorgen. Die zum Meer gerichtete Seite ist von länglichen Auswüchsen bedeckt, die sie beinahe fellbedeckt wirken lassen. Dazwischen befinden sich winzige Einströmöffnungen, die der Ernährung und Fortbewegung dienen.
Wenn sie sich vermehren, wächst ein einziges Mal im Leben eine Eizelle heran, wird befruchtet und entwickelt sich als Embryo in der Wand der Kloakenhöhle. Ist er groß genug, durchstößt er diese und wird ins Wasser abgegeben. Zunächst handelt es sich jedoch nur um ein sogenanntes Ammentier, das selbst nicht zur Paarung imstande, sondern asexuell ist. Stattdessen knospt es einmal, die Knospen selbst werden abgestoßen und knospen weiter zur sekundären Form, die nun eine neue Feuerwalze bilden kann.
Pyrosoma kommen in fast allen Meeren vor, darunter dem Mittelmeer, der Nordsee, dem Indischen Ozean, dem Atlantik und Pazifik. Bislang wurden vier verschiedene Arten identifiziert.
Feuerwalzen ernähren sich vorwiegend von pflanzlichen Partikeln. Wichtig daran ist, dass sie den damit aufgenommenen Kohlenstoff nicht in Form klimawirksamen CO2s ausscheiden, sondern als feste Kügelchen abgeben. Da sie auf den Meeresboden herabsinken, stellen sie einen wichtigen Kohlenstoffspeicher dar. Die Dimension dieser Fixierung steht bislang noch nicht sicher fest, es scheint sich jedoch weltweit um mehrere hundert Tonnen pro Tag zu handeln.

Video: Expidition Akumal (Youtube)

Leben im Gemeinschaftsorganismus

Pyrosoma kommen gewöhnlich in Form großer Kolonien vor. Sie sind röhren- oder glockenförmig und haben zumeist etwa die Größe einer dicken Mohrrübe, in Einzelfällen wurden jedoch bereits bis zu 12 Meter lange Organismengruppen gesichtet. Gemeinsam sind sie imstande, sich aktiv nach dem Rückstoßprinzip fortzubewegen, indem sie die Innenhöhle durch Muskelkontraktion zusammenpressen. Interessant ist dabei, dass nicht nur die Muskeln der einzelnen Individuen, sondern auch gemeinsame, spiralförmig im Mantel gelegene Muskelfasern beteiligt sind. Abgesehen davon ist er nachgiebig, gallertartig und besteht aus verschiedenen Stickstoffverbindungen. Normalerweise haben die zylinderförmigen Kolonien eine unauffällig durchsichtig bis weiße, seltener rote Farbe. Im Dunklen jedoch erstrahlen sie in weißen und blauen Farbtönen, sodass sie wie Bänder unter Wasser oder an der Meeresoberfläche zu schweben scheinen. Grund dafür sind Bakterien der Gattung Photobacterium, die als Symbionten in den Zellen der Feuerwalzen leben.

Autor: Kore (16.05.2017)

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