Kopffüßer mit besonderen Fähigkeiten

Die Sepien stellen eine Ordnung der Tintenfische dar. Ihre eigenartige Körperform, die zehn aus dem Kopf entspringenden Fangarme und die ungewöhnlich großen Nervenzellen machen sie ohnehin zu sehr faszinierenden Meeresbewohnern. Doch ist das schon alles?

Ein Portrait

Sepien bestehen aus einem großen, oval-abgeplatteten Körper und einem Kopf, der neben einem harten Schnabel zehn äußerst bewegliche Fangarme aufweist. Diesem entwachsen zehn äußerst bewegliche Fangarme. Im Vergleich zu denen anderer Tintenfische sind sie eher kurz, allerdings verfügen die Tiere zusätzlich über zwei längere Tentakel. Den Leib umgibt ein fester aber flexibler so genannter Mantel. Das Innenskelett wiederum wird durch einen flachen Kalkschulp repräsentiert. Dieser sorgt nicht nur für Stabilität, sondern, dank mit Gas gefüllter Kammern, auch für Auftrieb. Angetrieben wird das Tier durch einen sich wellenförmig bewegenden Flossensaum rund um den Körper. Des Weiteren existiert der Sipho, ein röhrenförmiges, hohles Organ, das durch Rückstoß für einen schnellen Antriebsschub sorgen kann – Sepien setzen es allerdings nur kurz zur Flucht ein.
Die Tintenfische fressen am liebsten verschiedene Krebstiere und Fische und werden umgekehrt von größeren Sepia-Arten, Raubfischen und Haien gejagt. Aufgrund ihres Äußeren und ihrer Fähigkeit, bei Gefahr einen dunklen Flüssigkeitsschwall auszustoßen, wurden sie früher auch als „Tintenschnecke“ bezeichnet. Die kleinsten Sepien sind nur wenige Zentimeter lang, die größten, die Riesensepien (Sepia apama), messen gut 50 Zentimeter und können mehr als zehn Kilogramm wiegen.
Sepien werden gerne verspeist und deshalb sowohl in Europa als auch Asien gefangen. Früher verwendete man zudem ihre melatoninhaltige Tinte zum Färben – daher die Bezeichnung „Sepia“ in der Fotographie. Heute noch werden die Schulpe aufgrund ihrer guten Formbarkeit als Figuren für Gussarbeiten gebraucht. Außerdem werden sie genutzt, um die Kalkzufuhr von Nage- und Terrarientieren zu decken.

 

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Perfekte Tarnung

Eine besondere Eigenschaft ist die enorme Anpassungsfähigkeit der Sepien-Haut durch spezielle Zellen. Da sie sich häufig am Boden aufhalten, nutzen sie diese sowohl, um unauffällig ihrer Beute aufzulauern, als auch, um sich vor möglichen Feinden zu schützen. Dabei verschmelzen sie farblich mit ihrem Untergrund und nehmen auch dessen Muster an. Interessanterweise sind sie dabei selbst vollkommen farbenblind. Auch bei der Paarung nutzen sie diese Fertigkeit aus: Männchen tarnen sich halbseitig als Weibchen und schleichen sich auf diese Art unauffällig an größeren Konkurrenten vorbei.
Doch das ist nicht ihre einzige Möglichkeit, sich zu tarnen. Nähert sich ein Feind, halten Sepien buchstäblich den Atem an. Außerdem umschlingen sie ihren Körper mit den Tentakeln und verhalten sich vollkommen still. Auf diese Art senken sie ihr verräterisches elektrisches Feld stark ab und sind für Räuber nahezu unsichtbar.

Autor: Core (07.07.2016)

Bilder: Pixabay

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