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Eine neue Lösung oder ein neues Problem?

Dass die Weltmeere stark überfischt sind, ist ein trauriges und mittlerweile hinreichend bekanntes Phänomen. Angesichts dessen möchten viele Menschen zwar nicht ganz auf Fisch verzichten, jedoch lieber auf eine ökologisch verträglichere Variante umsteigen.

Das gilt besonders für solche Fischarten, die jetzt bereits stark gefährdet sind. Als Ausweg bietet sich hier gezüchteter Fisch aus Aquakulturen an. Doch ist er wirklich unbedenklich oder gibt es auch hier Probleme?

Contra

Um in Aquakulturen das künstliche Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, sind kostspielige Maschinen notwendig. Um diese Kosten wieder einzuholen, ist die Besatzdichte häufig sehr hoch. Das erleichtert das Ausbrechen von Krankheiten, weshalb einige Züchter präventiv Antibiotika einsetzen. Diese Praktik allerdings wird auch in der Landwirtschaft zu Recht schon lange sehr kritisch betrachtet. Zudem ist es fragwürdig wie artgerecht der Platzmangel unter Umständen ist. Neuere Studien lieferten sogar Hinweise, dass das Gehör von Zuchtfischen verändert und deutlich schlechter als das ihrer wild lebenden Artgenossen ist.
Ein weiterer, besonders bedenklicher Nachteil ist die Flächennutzung von Aquakulturen. Denn um diese anzulegen, werden in Entwicklungs- und Schwellenländern häufig wertvolle und geschützte Küstengebiete, wie beispielsweise Mangrovenwälder, vernichtet. Die entstehenden Abwässer werden oftmals ungeklärt in das umliegende Gewässer geleitet und tragen zu dessen Verschmutzung bei. Weiterhin wird Fisch gebraucht, um die Raubfische in Kultur zu füttern – weshalb auch in diesem Fall Fisch aus dem Meer gefangen werden muss.

Pro

Die meisten der oben genannten Probleme lassen sich durch unnachgiebige Gesetzgebung und regelmäßige Kontrollen vermeiden. So kann man die Besatzdichte, Antibiotikaverwendung und Abwasserentsorgung regulieren. Dasselbe gilt für den Schutz bestimmter Küstengebiete. Biosiegel haben einige der Kritikpunkte bereits in ihre Richtlinien aufgenommen und erarbeiten weitere Standards. Zu den gängigen Siegeln gehören „Bioland“, „Naturland“ und das „ASC“-Siegel.
Denn umgekehrt sind Aquakulturen kaum noch wegzudenken. Es ist nicht anzunehmen, dass ein Großteil der Menschen freiwillig auf Fisch verzichten wird und Wildfänge werden den Bedarf in Zukunft nicht mehr decken können. Um vom Aussterben bedrohte Arten zu schützen und das Gleichgewicht der Ozeane aufrecht erhalten zu können, müssen also Alternativen geboten werden. Glücklicherweise folgen auch viele Anbieter dem Trend zur nachhaltigen Wirtschaft. Diese setzen beispielsweise Impfstoffe anstatt Antibiotika ein oder etablieren Kreislaufsysteme für das Wasser aus den Aquakulturen. Auf die Art können mit dem anfallenden Restwasser Gewächshäuser versorgt werden. Auf den Fischfang aus dem Meer zur Fütterung kann in diesem Fall zwar nicht verzichtet werden. Es ist jedoch möglich hier auf weniger gefährdete Arten auszuweichen, die ohne ökologischen Schaden genutzt werden können.

Autor: Kore (14.05.2016)

Bilder: Pixabay

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