Intelligenter Jäger der Meere

Der Große Schwertwal (Orcinus orca), häufig auch als Orca oder – etwas martialisch – Killerwal bezeichnet, ist eine Delfinart. Er ist in nahezu allen Weltmeeren verbreitet, bevorzugt aufgrund seiner Beute jedoch die küstennahen Bereiche in nördlichen Breiten.

Steckbrief

Bislang ist noch nicht vollkommen geklärt, ob es tatsächlich nur eine Orca-Art gibt. Denn verschiedene Populationen weltweit verhalten sich nicht nur unterschiedlich, sie weisen auch signifikante DNA-Unterschiede auf.
Schwertwale jagen meistens gemeinsam und weisen ein großes Beutespektrum auf, von Robben über Fische bis hin zu anderen Meeressäugern und sogar großen Walen. Auffällig sind die schwarz-weiße Zeichnung des Körpers und seine aufrechte, „schwertförmige“ Finne, die bis zu 1,8 Meter lang werden kann. Erwachsene Männchen messen insgesamt bis zu 10 Meter, Weibchen sind im Durchschnitt etwa 1,5 Meter kleiner. Den Gewichtsrekord hält ein männlicher Wal mit 6,6 Tonnen. Aufgrund ihrer Ernährungsweise haben sie eine besonders ausgeprägte Kaumuskulatur und bis zu 56 scharfe, konische Zähne.
Schwertwalweibchen bringen nur alle 2-14 Jahre ein Kalb zur Welt, das eine enge Bindung zu seinem Muttertier hat.

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de:terra-canis:shop: 300x250:gif Es ist erst mit 20-25 Jahren vollständig ausgewachsen und kann bis zu 60 Jahre alt werden – durchschnittlich erreichen die Weibchen 50 und die Männchen 30 Jahre. Die Sterblichkeit der Kälber ist relativ hoch, erreichen sie jedoch eine gewisse Größe, nimmt sie deutlich ab. In ihrem Ökosystem sind sie Spitzenprädatoren - das heißt sie können von keinem anderen Tier gejagt werden - und selten Opfer von Walfängern. Deshalb ist die Gesamtpopulation auch nicht gefährdet. Allerdings werden immer wieder Schwertwale unter nicht artgerechten Bedingungen in Zoos, Delfinarien oder Vergnügungsparks gehalten.

Jagdverhalten

Orcas sind besonders für ihr effektives und komplexes Jagdverhalten bekannt. Dabei erbeuten die Wale ihre Opfer häufig in der Gruppe und unter Einsatz verschiedenster Methoden. Zu den beobachteten Strategien zählt es beispielsweise sich mit dem Körpergewicht auf eine Eisscholle zu werfen, um die darauf liegende Robbe hinunterzukatapultieren. Ein ähnlicher Effekt wird erzielt, indem Schwertwale gemeinsam eine besetzte Eisscholle zerlegen und dann eine Welle erzeugen, die das Beutetier hinabspült.
Wenn sie Delfine oder die Kälber anderer Wale jagen, separieren sie diese von ihren Artgenossen und verfolgen sie bis zu deren Erschöpfung. Fische dagegen werden häufig durch Vorhänge aus Wasserblasen aus den Blaslöchern der Schwertwale irritiert.
Eine weitere Taktik stellt das bewusste Schwimmen auf den Strand dar. Da die Tiere durch ihre kräftige Muskulatur imstande sind selbstständig ins Wasser zurückzukehren, nutzen sie diese Technik häufig um Robben zu erbeuten. Dabei schneiden weitere Artgenossen den flüchtenden Robben im Wasser und auf Land den Weg ab.
Müssen Menschen nun Angst vor Schwertwalen haben? Nein! In freier Natur sind Angriffe auf Menschen extrem selten. Die meisten Todesfälle gibt es in Gefangenschaft, was höchstwahrscheinlich auf die unzureichenden Haltungsbedingungen zurückzuführen ist.

Autor: Kore (27.04.2016)

Bilder: Pixabay

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