Virtuelle Wasserverschwendung


Viele von uns geben sich im Alltag Mühe, Wasser zu sparen, wo sie nur können. Die Blumen im Garten werden mit Regenwasser gegossen, beim Zähneputzen und duschen drehen wir den Hahn zu und für die Waschmaschine wählen wir das Sparprogramm. Dennoch verbrauchen wir pro Kopf in Deutschland 120 Liter Wasser pro Tag.

Doch trotz aller Sparbemühungen gehört Deutschland zu den größten Wasserverschwendern weltweit. Laut der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz verbraucht jeder von und 5.200 Liter am Tag. Der weltweite Durchschnitt liegt nur bei 3.340 Litern. Die Bewässerung von großen Flächen ist hier schon eingerechnet. Viele Menschen sind sich des Ausmaßes der Wasserverschwendung gar nicht bewusst.

In diesem Zusammenhang spricht man von „virtuellem Wasser“. Damit ist nicht das Wasser gemeint, was Tag für Tag im Haushalt verbraucht wird, sondern das Wasser, dass bei der Herstellung von Fleisch, Getreide oder Kleidung verbraucht wird. Gerade bei der Produktion von Nahrungsmitteln wird viel Wasser benötigt. Die Erzeugung von tierischen Lebensmitteln ist dabei wasserintensiver als die Herstellung von Obst, Gemüse oder Getreide. Um ein Kilo Äpfel herzustellen braucht man durchschnittlich 700 Liter Wasser während ein Kilo Rindfleisch 15.500 Liter Wasser benötigt.

Water Footprint

Diese Zahlen sind der sogenannte „Water Footprint“, also der Wasserfußabdruck. Dieser setzt sich zusammen aus dem Gesamtvolumen an Süßwasser, das benötigt und verschmutzt wird, um ein Produkt herzustellen. Dabei wird jeder Einsatz von Wasser eingerechnet: Bewässern des Ackerlands, Wasser, dass ein Tier trinkt oder Wasser zur Reinigung von Ställen.

Gerade die Herstellung von Nahrungsmitteln in sehr trockenen Ländern ist sehr fragwürdig. In Kenia werden beispielsweise 15 Liter Wasser für eine Rose, die auf dem deutschen Markt verkauft wird, verbraucht. Die Produktion von Rosen ist dort mitverantwortlich dafür, dass der Wasserspiegel sinkt. Zudem gelangen Düngerrückstände und Pestizide ins Grundwasser. Und auch Südspanien hat immer wieder mit Wassermangel zu kämpfen. Dennoch werden dort Tomaten oder Erdbeeren angebaut, die dann in Deutschland verkauft werden.

Und auch die Produktion von Kleidung verbraucht viel Wasser. Dies geht schon bei der Baumwolle los. Baumwollsträucher brauchen sehr viel Wasser. Um ein Kilo Baumwolle zu erhalten, sind 10.000 bis 17.000 Liter Wasser notwendig. Baumwolle wird ebenfalls oft in Ländern angebaut, die unter Wassermangel und Dürreperioden leiden.

Allerdings ist es beim Thema Wasserverbrauch keine Lösung, nur regionale Waren zu kaufen. Auch Rindfleisch aus regionaler Aufzucht verbracht viel Wasser. Diese Menge hat sich in den letzten Jahren erhöht, da das Futter der Tiere – Weizen, Mais oder Soja – oft importiert wird.

Am 22. März 2017 findet wieder der Weltwassertag statt, der für dieses Thema sensibilisieren soll. Die UN unterstützt es, wenn an diesem Tag Aktionen rund ums Thema Wasser in aller Welt stattfinden. In diesem Tag steht er unter dem Motto „Wastewater “ (Abwasser), es soll aber in diesem Jahr auch allgemein und das Thema Wasserverschmutzung gehen.

Autor: E. Gieseler (04.03.2017)

Bilder: Pixabay

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